Spin Deutschland | 7 VHT inklusiv
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Vielfalt leben – Gelingendes ausbauen
VHT in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, in der Pflege und in Kliniken

Inklusion und die Befähigung zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung gehören zu den großen gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit.
Ebenso stellt der Paradigmenwechsel von der Pflege zum Assistenzmodell Fachkräfte vor neue spannende Aufgaben.
VHT kommt hier sowohl in stationären Einrichtungen als auch in den ambulanten Betreuungsformen eine bedeutende Rolle zu: Zur Unterstützung von mehr Verstehen und Förderung von Weiterentwicklung, dem Entdecken von Stärken und Formulieren von Zielen sowie bei der professionellen Selbstreflexion.

Wie kann VHT in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung eingesetzt werden?

Die Gratwanderung zwischen Förderung der Selbstbestimmung und der notwendigen Fürsorge erfordert einen Rollenwechsel vom Betreuer zum Begleiter und Unterstützer. Verantwortliche stehen vor vielfältigen Fragen:

  • Wie kann die Arbeitshaltung der Assistenz konkret im täglichen Umgang gestaltet werden?
  • Wie sieht eine Kommunikation aus, die Aktivität und Teilhabe im Alltag nachhaltig verwirklicht?
  • Wie kann der Entwicklungsstand festgestellt und Entwicklung auf den Punkt gefördert werden?
  • Wie können wir Bewohner*innen in Ihren Gefühlen und Bedürfnissen verstehen und wie vermitteln wir das?
  • Wie können Entfaltungsmöglichkeiten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesichert werden?
  • Wie werden Erfolge sichtbar?

Mit der Methode VHT wird es möglich, Klienten in ihrem Verhalten und ihren Bedürfnissen zu verstehen und kooperative Kommunikations- und Handlungskonzepte zu entwickeln, die den Erfordernissen des Alltags und dem Anspruch der Weiterentwicklung standhalten. 

Bereits beim ersten gemeinsamen Anschauen bieten positive Selbstbetrachtung und die Einnahme eines anderen Blickwinkels neue Erkenntnisse, die sofort in konstruktive Handlung umgesetzt werden können.

Die Überprüfung der Wirkung in einer Folgeaufnahme vermittelt den Fachkräften das Gefühl von Selbstwirksamkeit und Entwicklungsfortschritt.

 

Welche Rolle kann VHT in der stationären Wohngruppe spielen?

Das tägliche Zusammenleben bietet viele Anlässe, die Muster der Basiskommunikation bewusst einzusetzen. Bewohner*innen, die gehört und gesehen und deren Initiativen wohlwollend aufgegriffen werden, fühlen sich verstanden und sind bereit zu kooperativem Miteinander.

Herausfordernde Situationen können mithilfe ausgewählter Videosequenzen ohne Handlungsdruck betrachtet werden. Das führt zu einem verbesserten Verstehen der Handlungsweisen der Beteiligten und bilden gleichzeitig die Momente ab, die Lösungen beinhalten.

Welchen Mehrwert bietet VHT für die ambulante Betreuung ?

In der ambulanten Betreuung von Menschen mit Behinderung und ihren Familien kann VHT einen wertvollen Beitrag leisten.
Entwicklungsdiagnostik, Förderungsdesign und Überprüfung der Wirksamkeit durchgeführter Maßnahmen bekommen durch die Mikroanalyse von Moment zu Moment eine neue Dimension.

Für Eltern rückt die Kommunikation mit ihrem Kind mehr in den Fokus. Sie reagieren beglückt, wenn sie entdecken, dass sie gemeinsam in gutem Kontakt stehen und schöne Momente gestalten können.

Elternkurse zum Aufbau eines gelungenen Kontakts und zum Positiven Lenken und Leiten sowie die Paarberatung sind mit VHT ebenfalls möglich.

Welche Rolle spielt VHT in der Begleiteten Elternschaft?

Die Begleitete Elternschaft richtet sich an Eltern mit geistiger Behinderung, die ihr Kind im eigenen häuslichen Umfeld aufziehen wollen.
Das Ziel ist, eine geschützte und ungestörte kindliche Entwicklung in einer anregenden Umgebung zu unterstützen. Es soll sowohl das Kindeswohl als auch das Elternrecht gewährleistet werden.
Es handelt sich um eine Alltagsbegleitung, in der die Eltern dazu angeregt werden, die Bedürfnisse des Kindes wahrzunehmen und angemessen zu reagieren, die elterliche Verantwortung zu übernehmen und in ihrem Wohnumfeld selbständig zu handeln.

VHT verdeutlicht diese Momente ohne viele Worte, die Bilder sprechen eine deutliche Sprache. Werden gelungene Momente „groß“ gemacht, haben Eltern die Chance, das erfolgreiche Verhalten auch visuell zu verstehen und als Modell zu verinnerlichen.

Kann man auch in der Altenpflege mit VHT arbeiten?

Die Arbeit mit  alten Menschen, die zunehmend in ihrer eigenen Welt leben, stellt eine große Herausforderung dar. Kommunikationsschwierigkeiten führen oft zu Konflikten, kommt dann noch Zeitdruck hinzu, sind Eskalationen nicht ausgeschlossen. Dies ist für alle Beteiligten unangenehm und zeitraubend.

VHT kann bei folgenden Fragestellungen hilfreich sein:

  • Wie kann es gelingen, den Zugang zu den aktuellen Bedürfnissen der alten Menschen zu bekommen?
  • Wie greifen wir diese auf und integrieren sie in die täglichen Aufgaben?
  • Wie können Wege aus komplizierten Kommunikationsmomenten gefunden werden?
  • Wie können dadurch Stress und Zeitdruck vermindert werden?

VHT kann hier gezielt unterstützen. Es wird möglich, Handlungkonzepte zu entwickeln, die den Erfordernissen des Alltags nachhaltig standhalten, denn die Videoaufnahmen stellen das konkrete Miteinander in den Mittelpunkt.

Bereits beim ersten gemeinsamen Anschauen bieten positive Selbstbetrachtung und die Einnahme eines anderen Blickwinkels neue Erkenntnisse, die direkt in konstruktive Handlung umgesetzt werden können.

Macht VHT auch Sinn im klinischen Bereich?

Es liegen gute Erfahrungen aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie vor.

Ebenso in der Begleitung von Eltern auf Neugeborenenstationen, sowohl unter der Geburt als auch in der Nachbetreuung.

Auf Frühgeborenenstationen  können Eltern mit VHT auf die kleinsten Initiativen ihrer Kinder aufmerksam gemacht werden und sie in der Kontaktaufnahme bestärken.

Wo finde ich eine VHT-Fachkraft?

Wenden Sie sich bitte an den SPIN-Landesverband in Ihrer Region.

Was kostet ein VHT-Prozess?

VHT wird in Einheiten von Aufnahme plus Rückschau berechnet. Hinzu kommen das Erstgespräch und die Abschlusssitzung.

Hinweise können die einzelnen Landesverbände geben.

Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Die Videoaufnahmen sind Eigentum derjenigen, die darauf abgebildet sind. Sie werden nur zum Zweck der Beratung eingesetzt und in dieser Zeit sicher aufbewahrt. Nach der Beratung wird ihnen das Videomaterial übergeben. Wenn sie nicht alles haben wollen, wird der Rest – auf Wunsch in ihrem Beisein – gelöscht.

Sollen Videoaufnahmen zu Präsentations- und Vortragzwecken genutzt werden, bedarf es des schriftlichen Einverständnisses aller Personen, die darauf abgebildet sind.

Für das Einholen des Einverständnisses zum Filmen sind die jeweiligen Träger der Maßnahme zuständig. Liegt das Einverständnis nicht vor, darf diese Person nicht auf den Aufnahmen erscheinen oder muss unkenntlich gemacht werden.